Junge Bäume müssen „erzogen“ werden

Rosenfeld-Heiligenzimmern. Hermann Bächle, Fachwart für Obst und Garten, gab am Samstagmorgen beim Baumschnittkurs hinter der Heiligenzimmerner Kirche viele nützliche Tipps und Anregungen. Dabei ging er nicht nur auf den Schnitt an sich ein, sondern informierte auch über das richtige Werkzeug dazu. Ortsvorsteher Klaus May, der zusammen mit dem Ortschaftsrat den Kurs initiiert hatte, freute sich über die gute Resonanz und bedankte sich bei Bächle für seine Wissensvermittlung. Der Fachwart führte dann in die Baumschnittkunst ein. Es gebe drei Schnittarten: den Erziehungs-, Ertrags- und Erhaltungsschnitt, je nach Alter des Baumes. Er empfahl beim Kauf eines Obstbaumes darauf zu achten, dass dieser wurzelnackt sei und in einer guten Baumschule erworben werde. In den ersten zehn Jahren nach der Pflanzung folge der Erziehungsschnitt. In dieser Phase müsse der Baum „erzogen“ und in seine gedachte Form gebracht werden, die einem Dach ähneln sollte. Bächle zeigte an dem Halbstamm, wie dies zu erreichen ist: „Zuerst muss ein Leitast in der Mitte erkoren werden, der gerade nach oben wächst. Dann werden einige Seitenäste im Kreis als Gerüst alle in gleicher Höhe abgesägt. Zudem müssen alle Äste weg, die nach innen wachsen und sich kreuzen.“ So fällt dann Licht überall hin, damit die Photosynthese der Blätter und die Reifung der Früchte gewährleistet ist. Die Gäste waren sehr wissbegierig und stellten interessante Fragen. Nach einem Imbiss im Pfarrheim zeigte der Fachwart an einem weiteren Apfel-Halbstamm den Ertragsschnitt. Wenn ein Baum stabil und stark ist, soll dieser Schnitt den Ertrag steigern und schöne Früchte hervorbringen. Dazu ist es wichtig, dass viele waagrechte Äste gezogen werden und wiederum viel Licht in den Baum fallen kann. „Es ist besser nur einen Schnitt zu machen als viele kleine, also einen langen Ast abzusägen, als an ihm viele kleine Schnitte durchzuführen,“ war ein weiterer Tipp des Fachkundigen. Schließlich zeigte er an einem sehr alten und teilweise dürren Apfelbaum einen Erhaltungsschnitt. Auch dieser Baum soll beispielsweise durch das Absägen dürrer Äste erhalten bleiben, da er als Brutstätte für Vögel und Insekten diene. Nach so viel vermitteltem Fachwissen konnten sich die Hobbygärtner aufmachen, um ihren eigenen Bäumen den richtigen Schnitt zu verpassen. Somit stünde einer reichen Ernte nichts im Wege, sofern in diesem Jahr das Wetter mitspielt.

 


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